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Die .NET-Initiative von Microsoft

 

Mit .NET kündigte Microsoft im Juni 2000 an, welche Mittel Microsoft mittelfristig für die Entwicklung des Internets zur Verfügung stellen wird. .NET beinhaltet zwei Teile: Zum einen die .NET-Vision, wie das Potential des Internets besser auszunutzen ist; zum anderen die .NET-Plattform mit den Technologien und Diensten, um diese Vision umzusetzen.

Die Bedeutung von .NET ist gemäss Microsoft ebenso hoch wie die Einführung der graphischen Benutzeroberfläche in der Mitte der 80er Jahre, wodurch der breite Einsatz von IT-Technologien erst ermöglicht wurde. Damals entwickelte De Simone & Osswald Evidence Address – eine Software mit graphischer Benutzeroberfläche, die mit Microsoft Office 4.2 automatisch ausgeliefert wurde.
Heute zählt De Simone & Osswald zu den wenigen Schweizer Softwarehäusern, die bereits Projekte mit .NET realisiert haben. Unter anderem wurde eine B2B-Lösung mit Commerce- und BizTalk-Server für ABB entwickelt, eine Lösung mit BizTalk-Server für Coca-Cola Beverages sowie ein Supply Chain Management-System für SIG allCap. Die eigene Standardsoftware D&O Information Manager wird ab 2003 vollständig auf .NET-Technologien basieren.


Die .NET-Vision

Indem das Web für Wirtschaft und Private effizienter wird, kann das Potential des Internets besser ausgenutzt werden. Einfachere Vernetzung, sicherer Datenaustausch und Datenzugriff mit unterschiedlichen Geräten bilden die Eckpunkte der .NET-Vision.

Einfachere Vernetzung:
Bisher stehen die meisten Websites als isolierte Inseln im Internet. Applikationen sind nur mit grossem individuellen Aufwand miteinander zu verbinden wie z.B. via EDI (Electronic Data Interchange). Um Daten wie z.B. Produkte und Preise automatisch im Internet zu publizieren, war bisher ein relativ hoher Entwicklungsaufwand nötig.
Ein wesentliches Ziel von .NET ist deshalb, die Vernetzung von Applikationen – sei dies zwischen Unternehmen oder innerhalb eines Unternehmens – zu vereinfachen.

Sicherer Datenaustausch:
Jetzt muss der Datenaustausch mit Firewalls oder anderen Sicherheitssystemen geschützt werden, immer wieder tauchen Bugs und Sicherheitslücken auf.
Ein wichtiger Bestandteil von .NET ist, die Sicherheit im Internet generell zu erhöhen und für den einzelnen User das Handling der Verschlüsselung zu vereinfachen.

Datenzugriff mit unterschiedlichen Geräten:
Jetzt müssen dieselben Daten oft mehrmals eingegeben oder ständig abgeglichen werden, so z.B. der Kalender auf PC und Handheld.
Unter .NET jedoch werden die Daten im selben Format im Internet abgespeichert, wodurch dieser Aufwand entfällt. Beispiele sind etwa Texte, Fotos, Musik, Videos oder Spiele, auf welche über die verschiedenen Geräte zugegriffen werden kann.
Neben PCs zählen zu den Geräten Handhelds wie der von Microsoft angekündete Tablet PC, Handys und Spielkonsolen, aber auch Kühlschränke, digitale Bilder, Heizungen und Alarm-Systeme. Diese Geräte werden den PC nicht verdrängen, jedoch sinnvoll ergänzen – der PC wird durch die schnelle Dateneingabe per Tastatur und das grosse Display sicher auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.


Die .NET-Plattform

Das revolutionäre Konzept der .NET-Plattform sind die Web Services (Microsoft nennt diese auch XML Web services oder XML-Webdienste). Web Services können als Websites ohne Benutzer-Interface gesehen werden, die – statt mit Menschen – mit Applikationen interagieren.
Ein Web Service ist ein Dienst, der von einem Client über das Internet mit einer URL angesprochen werden kann. Dabei ist die Implementation des Dienstes für den Client vollkommen transparent. Technisch gesehen ist ein Web Service eine Software-Komponente, die mit anderen Komponenten kommuniziert, nämlich via Internet-Standardprotokollen HTTP sowie per Verschlüsselung in XML und SOAP. Ein Web Service erhält z.B. eine in XML-formatierte Anfrage, bearbeitet diese und schickt eine Antwort in XML zurück.
Wichtige Vorteile gegenüber bisher eingesetzten Technologien wie COM und DCOM sind: Da Web Services auf weitgehend akzeptierten Internet-Standards beruhen, ist die Kompatibilität sichergestellt. Jedes System, das diese Standards (HTML, XML) unterstützt, kann auch Web Services unterstützen.

Zudem zählen zur .NET-Plattform: 




Die grundlegendste Neuerung ist das .NET Framework.
.NET My Services sind häufig benutzte Dienste, die Microsoft anbietet (z.B. Authentifizierung (myPassport), Kalender, Adressbuch) und somit nicht für jedes Projekt neu zu entwickeln sind.
Zu den .Net Enterprise Servers zählen verschiedene Server-Produkte.
Visual Studio .NET ist die Entwicklungsumgebung für Programmierer, welche die Entwicklung leistungsstarker Webapplikationen erleichtert – und somit verbilligt und beschleunigt.
Windows Operating System ist das Betriebssystem (z.B. Windows 2000).


Das .NET Framework

Common Language Runtime:
Sobald eine Applikation gestartet wird, kontrolliert die CLR die korrekte Version aller Komponenten. Zudem dürfen Komponenten von anderen Applikationen mit demselben Namen nicht überschrieben werden, wodurch die Stabilität höher ist. Für den Schutz gegen Viren oder Würmer kann festgelegt werden, welche Operationen eine Applikation ausführen darf. Dadurch kann z.B. verhindert werden, dass eine aus dem Internet heruntergeladene Applikation lokale Daten überschreibt.
Die CLR kontrolliert das Laden und Ausführen von Code (Managed Code genannt). Die Compiler des .NET Frameworks erzeugen aus den Quelltexten Code in einer Zwischensprache (MSIL = Microsoft Intermediate Language). Code in dieser Sprache kann dann der CLR übergeben und unter deren Aufsicht zu native Code kompiliert und schliesslich ausgeführt werden.

Class Libraries:
Diese unterstützen die Systemservices, also diejenigen Dienste, die heute durch Win32 API und MFC für C++ oder VB ausgeführt werden. Sowohl CLR als auch Class Libraries bilden eine einheitliche Plattform, die dadurch für Entwickler und Kunden einfacher zu verstehen und damit effizienter zu benutzen ist.

Programmiersprachen:
Einige Programmiersprachen wurden radikal geändert, um die Vorteile von CLR und Class Libraries zu nutzen. Auf CLR und Class Libraries kann mit VB.NET, Visual C++ und Jscript.NET sowie mit der neuen Sprache C# zugegriffen werden.

ASP.NET:
ASP.NET ist der Nachfolger der Active Server Pages (ASP). Die Entwicklungsumgebung ASP.NET wird für Webapplikationen auf dem IIS (Internet Information Services Web Server) eingesetzt. ASP.NET minimiert den zu schreibenden Code für eine Web-Applikation oder einen Web Service, bietet eine bessere Performanz und vereinfacht die Implementierung der Web Services.


Die .NET My Services

Mit My Services stellt Microsoft ein SDK (Software Developement Kit) zur Verfügung, um Services wie z.B. Passport, MSN Calendar, .NET Alert zu nutzen (wird im Laufe 2002 produktiv).
Die Idee ist, dass z.B. für einen E-Shop keine eigene Authentifizierung zu implementieren ist, sondern jene von myPassport eingesetzt wird (Single Sign-In). So muss der End-User nur einmal seine Informationen (Adresse, Kreditkarten-Infos etc.) bei myPassport angeben und kann dann auf verschiedenen Websites immer dasselbe Sicherheitssystem (mit gleichem Login und Passwort) benutzen. Der E-Shop-Anbieter braucht zudem keine eigene Login-Seite zu entwickeln, sondern kann die Standard-Authentifizierung in seinen Shop implementieren.
Die Daten-Plattform wird als sogenanntes föderales System mit anderen Firmen (z.B. Banken) aufgebaut. Microsoft hat in der Privacy abgelegt, dass sämtliche Daten von Passport nicht weiterverkauft werden.
Weitere Services umfassen Kontakte, Dokumente, um von mehreren Geräten dasselbe Dokument zu bearbeiten, Adressen, Favoriten und myWallet, um den elektronischen Zahlungsverkehr zu vereinfachen. Mit .NET Alert können Meldungen an den End-User (egal ob Computer, Mobile Phone etc.) geschickt werden, wobei der End-User angeben kann, von wem (welche Applikation) und in welchem Umfang er benachrichtigt werden soll.


Die .NET Enterprise Servers 

Einige Server basieren heute noch nicht auf .NET-Technologien, bilden aber die Grundlage, auf der bereits jetzt Web Services entwickelt werden. Andere Server wie der Commerce Server, der BizTalk Server, der SharePoint Portal Server und der Exchange Server unterstützen .NET-Technologien bereits jetzt in weit höherem Masse.

  • BizTalk Server: Erlaubt XML-basierende, plattformunabhängige Integration von mehreren Applikationen und die Definition der dazugehörenden Geschäftsprozesse. 
  • Commerce Server: Das Fundament für umfangreiche, massgeschneiderte und effektive E-Commerce-Lösungen. 
  • Exchange Server: Basis für schnelles Messaging und umfassendes Knowledge Management. 
  • SharePoint Portal Server: Flexible, webbasierte Portallösung, mit der das Suchen, Freigeben und Veröffentlichen von Informationen vereinfacht wird. 


Einen Überblick über alle .NET Server mit weiteren Informationen finden Sie unter:
http://www.microsoft.com/servers/evaluation/overview/default.asp#net


Visual Studio .NET

Die Entwicklungsumgebung der .NET-Plattform vereinfacht die Entwicklung von leistungsstarken und zuverlässigen Weblösungen. Visual Studio .NET bietet End-to-End-Funktionen für die Webentwicklung sowie skalierbare und wiederverwendbare Komponenten. Damit verbessert Visual Studio .NET die Produktivität und ermöglicht den Unternehmen, besser auf den schnellen Markt zu reagieren.
Visual Studio .NET beinhaltet zahlreiche neue Features. Bei einigen handelt es sich um Verbesserungen früherer Visual Studio-Versionen, andere sind vollkommen neue Features wie z.B. eine einzelne integrierte Entwicklungsumgebung oder Tools für den Entwicklungslebenszyklus.


Weitere Informationen

Die .NET-Homepage mit neusten Technologien, Fallstudien und vielem mehr finden Sie unter:
http://www.microsoft.com/net/default.asp

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